Und wir leben immer noch...

Herzlichen Glückwunsch, einige „Arbeitswochen“ und die Hälfte der Zeit überstanden. Wir haben Lehrerpositionen 1: „Mit den Händen auf dem Tisch abstützen“ und 2: „Halb auf dem Tisch sitzen“ perfektioniert. Nur sabotieren die Schüler [Anmerkung: hier gemeint Kettensägen- Germanisten] zeitweise unseren Unterricht. Sie finden nämlich nichts lustig. Aber gut, wir lachen auch allein über unsere Witze. Weiterhin sind sie auch völlig überfragt, wenn es um Komplimente geht. Die macht man anscheinend in Lettland nicht, außer (und nun aufgepasst, ihr erlebt das geilste Kompliment üüüüberhaupt) „Deine Haare sind so lang, wie die Lianen im Dschungel“…reizend. Unterwältigend. [Erklärung: Thema der Stunde letzte Woche: „Komplimente“ eingeleitet durch die Sportfreunde Stiller „Ein Kompliment“]

Ansonsten sind wir nun frei von Hausarbeiten und können Riga endlich genießen. Wäre da nicht der Unterricht, der geplant werden muss…(kurzzeitig hatten wir mal wieder einen Anfall von Doppelnull, da wir versucht haben, unter Zeitdruck den Konjunktiv zu erklären. Leider taten wir es in einer Geheimsprache, die uns und die Schüler verwirrte. Nun haben wir wieder einen leichten inkompetenten Touch an uns, den es mal wieder gilt charmant wegzulächeln (Klappt nicht! Klappt nicht!))

Weiterhin ist im Wohnheim eine Ekelgranate explodiert. Die Mitbewohner weigern sich nämlich seit kurzer Zeit komplett ihren Abwasch zu erledigen, sodass man keinen freien Platz mehr findet. Und wenn mal was daneben geht, ach Mensch, macht euch locker, tritt sich irgendwann fest. Dann können wir vom Boden essen. Lecker! Essen fetzt, vor allem, wenn es schon laufen kann. [Die Oliven sprechen immer noch nicht zu uns… aber auslachen können sie uns schon.] Und wenn wir noch eine Woche warten, dann tanzen die Essensreste mit Türkei, Streifenjacke, Georgien und seinen Ostblockfreundinnen zu geiler Türkenmusik. Tarkan 4ever!

Aber Schluss mit der Meckerei, das kann sich ja keiner mit anhören. Wir haben Rigas Schokoladenseite gesehen. Am schönsten ist die Stadt bei Nacht. Das sahen wir von der berühmten Skylinebar, die sich im Riga Reval Hotel befindet. Wir fuhren mit einem gläsernen Fahrstuhl rauf in den 26 Stock des Hotels und schlürften einen Cocktail. Ja, das Leben kann so dekadent sein. Leider färbt das wenig auf uns ab. Wir essen immer noch Nudeln mit Ketschup.

Das Wort zum Donnerstag.

Punkt.

18.3.10 11:08, kommentieren

Letten spinnen

Aber auch die Erdkugel hat die Erschütterungen nicht so einfach weggesteckt. Das Beben - es war das fünftstärkste, das je gemessen wurde - hat die Erdachse verschoben: um acht Zentimeter, berichten Geophysiker der Nasa. Der Heimatplanet habe nun eine etwas schiefere Position, melden die Forscher. Das Beben hat der Erde demnach zudem einen Drall verpasst - sie dreht sich jetzt etwas schneller. Die Dauer eines Tages habe sich dadurch um 1,26 Millionstel Sekunden verkürzt, berichten die Forscher. Die Einbuße sei zwar zu gering, um sie messen, geschweige denn erleben zu können - aber berechnen ließ sie sich.“ (Zitat Spiegel)

…dies ist eine fiese Lüge, denn in Riga vergeht die Zeit viel schneller. Regelmäßig fragen wir uns wo nur die ganze Zeit geblieben ist. Entweder Riga ist zu schnell für uns oder wir haben uns unbemerkt um die Hälfte verlangsamt. Ein Rätsel, das zu den anderen hinzukommt, die wir lösen müssen. [Liste bis jetzt: erschrecken- du Arschlochverb, Widerspruch zwischen Deutsch-Deutsch und Grammatik-Deutsch (manchmal ist man echt am verzweifeln, wie kann man nur so verrückt sein und Deutsch lernen? Deutsch ist einfach blöd! Deutsch- go home!)]

 Neben unserer Haupttätigkeit als Lehrer haben wir auch einen zweiten Beruf angenommen: Lebensmitteltester. Getestet wurden bis jetzt: Brot, Ketschup und Senf, „Wurst“, Wein, Nudelsoße, Cola und Kvass. Hier nun unsere Ergebnisse:

Brot: - nur 2 Sorten: mit Kümmel, oder Pumpernickel (nicht gut am morgen- steigert das Ekelgefühl)

Ketschup: schmeckt nach süß und nichts

Senf: no comment, russisch muss reichen

„Wurst“: eigentlich Fleischbrei, lässt sich problemlos zerdrücken, wird schleimig und wächst im Mund auf doppelte Größe an…so lecker, kaum zu glauben

Wein: siehe Senf

Nudelsoße: =„Spagehttisoße“ eigentlich Schaschliksoße, eher mittel

Cola: siehe Ketschup

Kvass: aufgelöster Pumpernickel, auf der Ekelskala ganz oben

 Es folgt: wahllose Auflistung der Dinge, die wir weniger toll/seltsam finden:

- Klopapier nur zentral am Spender abzureißen. Klogang muss also geplant werden. Am Wochenende Klogänge sorgfältig planen und hinauszögern, da kein Klopapier mehr vorhanden.

- Studenten können nicht ordnungsgemäß die Klos verlassen, tägliche Begegnungen mit Körperflüssigkeiten o.ä. sind normal

- Türken essen widerliche Dinge zusammen (Oliven+Marmelade+Frischkäse+Nutella), sehen die Ursache für ausgewachsene Käsefüße.

- werden von komischem, arabisch-stämmigen Jungen mit gestreifter Jacke verfolgt, er soll sich in sein Zimmer verziehen

- viele Menschen riechen nach Alkohol, auch um 7:45 Uhr

- von oben genannten nehmen wir auch auf Bitte keine Lebensmittel an

- Katzenoma- trägt auch selbst eine Katze als Kopfbedeckung

-Schnee, auch in den Schuhen

- alte Frauen greifen zu tief ins Schminktäschchen

- Abflüsse in der Küche blubbern mysteriös, das Wasser schlägt zurück, oder ein Tier bewohnt die Rohre Rigas- beides möglich

- herrenlose, offene Oliven im Kühlschrank, Eigenleben wird vermutet, leider muss das Sprechen noch erlernt werden

Mögliche Ergänzungen werden sicherlich folgen, doch für heute ist das Repertoire aufgebraucht.


3 Kommentare 5.3.10 14:05, kommentieren

Dingelingeling

…rufsch letztns Speidormän an…hatter kee Netz…

 

Man mag uns einen betrunkenen Zustand andichten wollen. Weit gefehlt! Wir sind nur in Feierlaune! Denn unsere Arbeitswoche ist schon vorüber. Oder sagen wir es so: Wir müssen uns diese Woche nicht mehr vor deutschlernende Letten stellen. JUHU! Obwohl wir uns gut geschlagen haben. Besonders Spaß hat es mit dem dritten Studienjahr der Anglisten gemacht. Sie waren alle, zwar anfangs schüchtern, aber mit voller Begeisterung dabei. Das finden wir gut. Auch die vorher gefürchteten Germanisten (siehe Doppelnull ) waren zahmer als angenommen. Diesmal waren wir ja auch gut vorbereitet. Hat ja auch nur lächerliche 4 h an Vorbereitung gekostet. Aber nun sind wir erleichtert und können uns an unsere Hausarbeiten setzten, die schreien endlich fertig gestellt zu werden.

 

Außerdem haben wir nun unsere Lebensberechtungsscheine der Uni Riga und der Verkehrsgesellschaft bekommen. Die Karte der Verkehrsgesellschaft erspart uns ungewolltes Schwarzfahren, weil wir nun nicht mehr zum ignoranten Busfahrer gehen müssen. Leider sehen die Fotos a) fertig und b) endlos angenervt aus. Aber damit können wir leben. Wir sind immer schön. In jeder Situation.

 

Wir haben uns auch mit Kümmelbrot, Fleischbreiwurst und Ekelketschup/Senf und Käsefüßen der Türkei abgefunden. Gut finden wir es nicht, aber ändern können wir es nicht.

 

Ansonsten sind wir langweilig und haben nichts zu erzählen.

Wir beenden diesen Eintrag mit einer Lehrerfloskel:

Fragen…..gibt es nicht. Sie können dann gehen. (Thanks Prof. Qualle- Ausbildungsauftrag (nicht) erfüllt)

 

Superlehrer Ina und Julia

 

1 Kommentar 2.3.10 18:51, kommentieren

Frühlingserwachen...?

Am Donnerstag konnten wir uns wieder erfolgreich 4 Stunden für unser Praktikum aufschreiben ohne wirklich eine Unterrichtsstunde vorbereitet zu haben  Diesmal auch ohne allzu peinliche Zwischenfälle....da der Donnerstag demnach uninteressant für euch ist, kommen wir zum Freitag.

Die Agenten Doppelnull brauchen ihre Lizenz zur Inkompetenz nicht länger ! (Hoffentlich freuen wir uns da mal nicht zu früh...)

Der Tag begann wie jeder andere in Riga: beschissen. 6.30 klingelte der Wecker, nachdem wir schon gegen 4 Uhr von heimkehrenden, partywütigen Ausstauschstudenten geweckt wurden, die nichts besseres zu tun hatten als lautstark auf dem Gang rumzugrölen. Wären wir nicht zu müde gewesen, hätten sie mal erfahren, wie sich gute deutsche Ohrfeigen anfühlen. Mittlerweile verfluchen wir auch unsere Gutmütigkeit, die uns davon abhielt beim Verlassen des Wohnheims um 7.45 gegen alle Zimmertüren zu hämmern.

Auf dem Weg zur Uni zeigte sich schon im Trolley Bus Nr. 15, dass heute unser Glückstag sein musste. Der Bus war um diese Zeit natürlich völlig überfüllt - mit alten Menschen, die driiiiingend 8 Uhr in der Stadt mussten, um ihren straffen Zeitplan einhalten zu können. Das eigentliche Problem bestand darin, dass wir keine Möglichkeit hatten bis zum Busfahren durchzudringen, um Fahrtkarten zu kaufen. Hier muss erwähnt werden, dass in Riga rigoros Kontrollen durchgeführt werden und Schwarzfahren mit dem Tod bestraft wird. Irgendwann gelang es uns doch noch, den Busfahrer zu erreichen und zu legalen Mitfahrern zu werden - ungefähr zwei Minuten bevor 4 Kontrolleure einstiegen, die keine Probleme hatten sich durch den überfüllten Bus zu drängen. Schwein gehabt.

In der Uni angekommen war der Ärger der Morgenstunden jedoch vergessen, denn zum ersten Mal hatten wir das Gefühl, dass alles gut wird. Das Hospitieren bei den Deutsch-Anfängern lief prima und endlich sind wir auch an eine kompetente und nahezu den deutschen Vorstellungen von „gut organisiert“ entsprechende Lehrerin geraten. Nun steht auch fest, wann wir wen unterrichten: Montags das erste und das dritte Studienjahr der Anglisten (Deutsch als zweite Sprache) und Dienstags das erste Studienjahr der Germanisten. Damit bekommen wir die geplanten 10 Stunden Unterricht pro Woche mit nur 2 Tagen Arbeit voll

Zur Belohnung ging es in die Altstadt, den nicht ganz so hässlichen Teil Rigas. Wir konnten erste Shoppingerfolge verzeichnen


Von nun an geht’s bergauf....und der Schnee auf den Mülltonnen vor unserem Fenster scheint auch zu tauen...Hasch mich, ich bin der Frühling!

 PS: Beim Durchgucken der Smileys sind wir hierauf gestoßen:   Kennt ihr die Geräusche, die die Laserschwerter bei Star Wars machen? Die Ampeln in Riga geben die gleichen nervtötenden Laute von sich - Der Laserkrieg ist ausgebrochen - Möge die Macht mit uns sein !

1 Kommentar 27.2.10 11:04, kommentieren

Doppelnull

Heute ist Mittwoch. Zum Glück.

Dienstag war einfach zum vergessen.

Man kann sich sicherlich mehr zum Deppen machen, als wir es gestern getan haben, aber man kann definitiv weitaus kompetenter und souveräner daher kommen. Schade eigentlich.

 

Die Geschichte unseres Scheiterns beginnt in der humanistischen Fakultät um 12:30 Uhr. Wir wollten übermotiviert und ohne weitere Absprache (so dachten wir) bei Frau Pavidis aufkreuzen, um in den Unterricht reinzuschnüffeln. Also nur mal gucken!

Nur mal gucken ist gut. Man muss nur was zum gucken haben. Frau Pavidis und ihr Kurs blieben verschwunden und wir standen dumm in einem dunkeln gefängnisartigen Gang rum. Toll, das hat ja suuuuper geklappt. Zum Glück fanden wir einen Plan der Fakultät, der uns die Stunden der deutschen Philologie so ungefähr anzeigte. Dank unserer übermenschlichen Kombinationsgabe fanden wir heraus, dass wir uns einfach keine Zahlen merken können und vor dem falschen Zimmer standen. Ein neuer Plan muss also her, der unsere Übermotivation zum Ausdruck bringen sollte… einer Deutschlektorin auflauern, uns vorstellen und um Hospitation betteln. Zur Abwechslung, war das eine gute Idee und wir werden morgen schon mal mit eingespannt.

 

Aber da nichts einfach so gut laufen kann, wurden wir nach Erfolg hart und elendpeinlich bestraft. Die Spitze des Tages lag hinter uns, ohne dass wir es wussten. Wir liefen quasi lachend in die Kreissäge... wunderbares Gefühl.

 

Eine hektische Frau Pavidis lief uns über den Weg und meinte „Ah da sind sie ja [ähm, ja, hätten wir da sein sollen?] ich werde sie um halb 3 vorstellen.“ Wir: „Ja, das ist sehr schön“

Die Uhr tickt auf halb 3 zu, wir sind entspannt mit Automatenkaffee und denken, ja locker flocki vorstellen, und n paar Fragen beantworten. Frau Pavidis wird dann ihren Unterricht machen und wir schauen mal zu, wie es so abläuft.

 

SO NOT!

Frau P. kam und sagte „Ja stellen sie sich mal vor und reden sie mit den Studenten, ich muss mich um den Kopierer kümmern.“  

Okeee… :-S

Rein da in die Hölle!!! des Löwen.

Der Raum ist sehr schmal und lang und wir sehen ca. 20 Studenten. Lachend und desinteressiert an uns. Wir sagten kurz, wer wir eigentlich sind und machten eine Vorstellungsrunde. Wir mussten feststellen, dass alle zusammen schon ziemlich- bis sehr gut deutsch können. Schlecht für uns. Was sollen wir denn da noch machen???

Ein Typ, der Schneckenchecker der Runde wahrscheinlich, war ständig nur am quatschen und hat die anderen aufgestachelt. Tja, nachdem wir eine Stunde mehr schlecht als recht die Leute unterhalten hatten, wurde die Unruhe unerträglich. Frau P. tauchte nicht auf und wir waren ratlos. Die Studenten fragten immer wieder. „Können wir jetzt gehen?“

Die Situation wurde immer peinlicher und wir wünschten uns Falltüren oder eine große Rauchwolke zum verschwinden.

Frau P. musste also her. Sie wurde von Ina am Kopierer gefunden und gab uns die Erlaubnis die Letten ziehen zu lassen. Wer konnte auch ahnen, dass sie nicht vorhatte wiederzukommen? Wir nicht!

Die waren froh und zogen ohne weitere Kommentare ab, außer eine, die meinte, „Ja, das nächste Mal haben sie aber was vorbereitet, oder?“

Ernüchtert verließen wir das Institut und kamen uns vor wie Agenten Doppelnull. Die Superdeppen vom Dienst.

Wir wollten eigentlich am Dienstag gar nicht im Institut sein, weil es erst hieß, dass wir Donnerstag kommen sollen und dann so was. Ins kalte Wasser geschmissen und gnadenlos untergegangen.

Klasse.

Aber! Wir haben nun schon 2 von 60 Unterrichtseinheiten

 

Viele Grüße

Inkompetenz in Person 1 & 2

3 Kommentare 24.2.10 16:56, kommentieren

Spaß beiseite....

…Ernst kommt. (Haha, wir sind sooo witzig)

[Achtung Witz: Kommt’n Mann beim Arzt…Haha!]

 

Riga Day 2.

Mit Aufregung im Bauch ging es heute für uns zum ersten Mal an die Uni. Ein Treffen mit Frau Linda vom Auslandsamt und der Antrittsbesuch im baltischen Germanistikinstitut stand auf dem Plan. Aber eins nach dem anderen.

Natürlich sind wir typisch deutsch viel zu früh an der Uni angekommen, die sich auf der Prachtstraße Rigas befindet. Die langsam aufkeimende Nervosität wurde mit Automatenkaffee gedämmt. Wir sind toll und nichts kann uns aufhalten. Aber als Frau Linda uns nett, aber zurückhaltend begrüßte, war alles verflogen. Wir bekamen unendlich viele Papiere und bald sind wir stolze Besitzerinnen eines Plastikstudentenausweises mit Foto. (Man notiere, wir sind keine Studenten, sondern Lehrkräfte…aber wir können nun nach 6 Wochen stolz eine Karte mit Foto vorzeigen…JA, wir waren da!)

Erste Station geschafft. Zweite sollte folgen. Mit Selbstsicherheit, dem Gefühl unschlagbar zu sein und weiblicher Intuition sind wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Egal, das haut uns nicht um, wir haben schon 10 kg in Luft aufgelöst. Nachdem wir die humanistische Fakultät ausfindig gemacht hatten, trafen wir Frau Pavidis, unsere Ansprechpartnerin im German Department. Sie scheint sehr nett, aber etwas verwirrt, und in nettem Pink gekleidet. Soweit wir ihren Ausführungen folgen konnten, werden wir wohl montags und freitags netten Letten(ja, kein Wortspiel ist uns zu doof) mit der deutschen Sprache quälen. Aber es wird sich sicher noch einiges ändern.

 

Nach allen ernsthaften Aktivitäten folgt das Vergnügen mit billiger, guter Pizza im persönlichen Jagdzimmer der Firma Chili Pica (Knoblauch-Alarma) und Sightseeing im schönen Teil der Stadt. Auch die Liebesbrücke wurde besichtigt. [Information: an der Liebesbrücke befestigen frisch verheiratete Paare ein Schloss als Zeichen ihrer Liebe. Hach, ist das schmalzig…aber schön <3]

Im Wohnheim angekommen begrüßte uns die russische Rezeptionistin, energisch, aber ohne weitere Fremdsprachenkenntnis. Wir wissen nur so ungefähr, was wir da unterschrieben haben… (wir freuen uns auf Villa und Luxusyacht… bitte in Gwood abgeben)

 

Nun sitzen wir hier, mit Light-Bierflaschen mit Dosenbierverschluss, denken an euch und freuen uns auf weitere lustige Erlebnisse im Baltikum.

 

Ina und Julia  

1 Kommentar 22.2.10 20:49, kommentieren

Ein gelungener Start sieht anders aus...

Berlin Tegel ist nicht gleich Berlin Tegel - Das wissen wir jetzt auch...Wir haben natürlich erfolgreich zuerst das falsche Tegel angesteuert...Wer war schuld? Der Fahrkartenautomat in Greifswald! Wir haben natürlich Ruhe bewahrt, sind letztendlich doch noch am Flughafen angekommen und mussten dann wenigestens nicht mehr ganz so lange auf unseren Flug warten.

Eine weitere Lehre: Auch wenn man 2 Gepäckstücke bucht, dürfen die beiden ZUSAMMEN nur 20kg wiegen. Wie beseitigt man also 10kg Übergepäck, damit man nicht 150euro nachzahlen muss?! Man stopft 2 Koffer und das Handgepäck aufs Maximum voll und nimmt den eigentlich als richitges Gepäck geplanten Reiserucksack als Handgepäck. Frauen können sowas eben ;-) Panne Nr. 2 erfolgreich überstanden.

Wurde es in Riga besser ? Natürlich nicht! Warum sollte es uns im Ostblock besser ergehen? Überall Schnee...dunkel....kalt...Bis ins Stadtzentrum kein Problem...Aber dann? Schon blöd, wenn kaum jemand Englisch kann und erst recht niemand weiß, wo unser Wohnheim ist. Warum sollte es an einem "Busbahnhof" auch einen Info-Point geben ?! Nach 2 Stunden Herumirren im dunklen Riga, konnte uns endlich jemand weiterhelfen und wir saßen im Bus zum Wohnheim. Dumm nur, wenn einem die falsche Haltestelle gesagt wird und man dann einen gefühlt 2 stunden dauernden Fußmarsch durch kniehohen Schnee mitn Koffern zurücklegen muss...Totstellen hat leider auch nix gebracht.

 Nun sind wir da, teilen uns mit Georgien, der Türkei, Polen und wer weiß mit wem noch Unisex-Klos und -Duschen. Was will man mehr? Vielleicht triste Doppelzimmer, in denen die Tapete von den Wänden kommt ?! Kein Problem - in Riga gibts das umsonst noch dazu!

 Aber die Lösung für alles: Alkohol ;-)

Da wir gestern Abend nicht mehr in der Lage waren mehr als 10 Meter zu laufen, musste der lebenswichtige Alkoholeinkauf jedoch bis heute warten...erster Pluspunkt für Riga: Die Geschäfte haben auch sonntags auf!

 Bei Tageslicht wirkt Riga nicht mehr ganz so trostlos, aber schön ist dennoch was anderes. Zumindest, wenn man sich vom unmittelbaren Stadtzentrum entfernt. Osteuropäischer Charme?! Nein danke. Wenigstens gibt es hier Narvesen und Rimi - für alle Skandinavienfans.

 Die Uni und das Germanistik Institut haben wir auch gefunden, also kanns morgen losgehen.

 Bis bald, eure Julia und Ina

4 Kommentare 21.2.10 20:02, kommentieren